Wir sind kleine, überschaubare und selbständig arbeitende Gruppen, die dadurch rasch und unbürokratisch helfen können.
Im Jahr 1870 wurde in der Pfarre "Graz-St.Johann am Graben" die erste Vinzenzgemeinschaft in der Steiermark gegründet. Zur Zeit gibt es in der Steiermark 56 Vinzenzgemeinschaften (siehe Vinzenzgemeinschaften). Zusätzlich betreuen und begleiten wir zehn Vinzenzgemeinschaften in Rumänien (in Rumänien gibt es 50 Vinzenzgemeinschaften). Der Vorstand (Zentralrat) aller Vinzenzgemeinschaften in der Steiermark unterstützt die Gemeinschaften in ihrer Arbeit.
Wir finanzieren uns aus Spendengeldern. Sämtliche Arbeiten werden ehrenamtlich geleistet, dadurch kommen die Spenden ausschließlich den Hilfebedürftigen zugute.
Gründungsgedanken
Die Vinzenzgemeinschaften sind Vereine, die sich in einem Ort/Stadtteil der Not der Mitmenschen annehmen.
Schwerpunkte der Arbeit sind die Einsamenbetreuung und seelische und materielle Hilfen im Einzelfall.
Dabei arbeiten sie mit der Pfarre, der Gemeinde und den bestehenden Einrichtungen zusammen und schließen auch Lücken im sozialen Netz.
Die MitarbeiterInnen arbeiten ehrenamtlich und vertreten ein christlich soziales Weltbild.
Mit über 1 Million Mitglieder sind die über 50.000 Vinzenzgemeinschaften die größte ehrenamtliche Laienorganisation der Welt.
In unserem Bundesland gibt es zur Zeit 56 Vinzenzgemeinschaften. Diese haben einen Dachverband, den „Zentralrat“, der die Gemeinschaften in ihrer Arbeit koordiniert und auch finanziell unterstützt.
ð Die Einsamkeit der Menschen nimmt zu und damit der Bedarf an Einsamenbetreuung. Diese zeitintensive und ausschließlich ehrenamtlich zu leistende Arbeit ist für viele öffentliche Sozialstellen und NGOs nicht bewältigbar
ð Im Einzelfall fehlen oft die Mittel für eine finanzielle Hilfe für Menschen in Not
ð Die MitarbeiterInnen im Sozialbereich arbeiten oft allein und ohne Möglichkeiten einer Schulung für ihre Arbeit
ð Die Erfahrung hat gezeigt, dass Vinzenzgemeinschaften aufgrund ihrer Struktur und Möglichkeiten in der Lage sind, vielseitig tätig werden zu können und so Lücken in der sozialen Versorgung der Gemeinden/Stadtbezirke schließen können.
ð Die Vinzenzgemeinschaften schaden niemandem:
Keine Person und keine Einrichtung wird in ihrem bisherigen Aufgabenbereich eingeschränkt. Es muss also niemand befürchten, dass er wegen der Gründung einer VG an Bedeutung verliert oder seine Arbeit weniger wert ist.
ðDie Vinzenzgemeinschaften arbeiten bedarfsorientiert:
Die Gemeinschaften verstehen sich als Ergänzung der bisherigen Arbeit im Sozialbereich und arbeiten dort, wo sie gebraucht werden.
ü Zugehörigkeit zur größten ehrenamtlichen Laienorganisation der Welt und damit Einbindung
in eine starke, weltweit anerkannte Gemeinschaftü Sinnvolle, sinnstiftende ehrenamtliche Freizeitbeschäftigung
ü Mitgestaltung bei der Entwicklung des Vereines
ü Verwaltung von Budgetmitteln
ü Zugang zu Schulungen, Weiterbildungen und Tagungen
ü Absicherung (Haftpflicht)
ü Finanzielle Mittelaufbringung: Durch den Bekanntheitsgrad der Vinzenzgemeinschaften wird die Finanzmittelaufbringung erleichtert. Der Zentralrat unterstützt außerdem jährlich die Arbeit der einzelnen VG mit namhaften Spenden.
ü Hilfen durch Zentralrat (Dachverband) bei Gründung
Gründen Sie daher mit Gleichgesinnten eine Vinzenzgemeinschaft!1) Finden
- von zwei bis drei Personen, die in der Gemeinde bereits jetzt im Sozialbereich ehrenamtlich tätig sind und ihre Arbeit verbessern und erleichtern wollen
oder
- eine Gemeinschaft/einen Verein, die/der sich zu einer Vinzenzgemeinschaft umgründen will
2) Kontaktaufnahme mit dem Zentralratspräsidenten und Terminvereinbarung zu einem Treffen bei dem offene Fragen besprochen werden können
3) Kontaktaufnahme mit Ortsseelsorger und SozialreferentIn des Ortes zur Frage der Mitarbeit
4) Erweiterung des Interessentenkreises auf acht bis zehn Personen und Gründungsgespräch
5) Gründung der Vinzenzgemeinschaft
Kontakt und weitere Infos: Dr. Gerd Novak, 06643380415, gerd.novak@chello.at„Armendienst ist Gottesdienst“ (Vinzenz von Paul)
Einige Überlegungen zum Aufbau einer Vinzenzgemeinschaft:
Die Gemeinschaft selbst entscheidet wo die Arbeitsfelder liegen.
Wir sind für niemanden in der Pfarre eine Konkurrenz.
Unsere Aufgabe ist es aber, hellhörig zu sein, was in der Pfarre notwendig ist. Wichtig ist, dass wir auf uns selbst schauen und uns nicht überfordern.
Wir sind Laien, arbeiten ehrenamtlich, viele von uns haben Beruf, Familie und sonstige Verpflichtungen. Wir beginnen im Kleinen und wachsen, wenn wir wachsen wollen!Auch zu unserer eigenen Entlastung arbeiten wir sinnvoll mit bestehenden Einrichtungen in Pfarre, Gemeinde, Schule und andere Einrichtungen zusammen.
Ø Wichtig ist, dass es eine Einrichtung wie die Vinzenzgemeinschaft, die rasche und effektiv Hilfe leisten kann, in der Pfarre gibt.
Hier bietet sich der Vergleich mit der „Feuerwehr“ an. Bei Bedarf kann diese rasch helfen. Voraussetzung dafür ist aber, dass eine solche besteht.
Ø In der Pfarre gibt es Menschen die einsam, bedürftig oder krank sind. Für diese Menschen sind wir vorrangig da. Jedes Vinzenzmitglied kann sich daher – soweit noch nicht vorhanden – eine solche Einzelperson oder eine bedürftige Familie suchen, die er regelmäßig besucht, betreut und mit den Möglichkeiten der Vinzenzgemeinschaft unterstützt. Die damit verbundenen Erfahrungen aber auch Probleme werden in den monatlichen Sitzungen besprochen.
Ø Parallel zu diesen Überlegungen zur Einzelbetreuung wird die Bevölkerung über das Bestehen der Vinzenzgemeinschaft informiert.
Ø Wir warten auf das Ech aus der Bevölkerung und welche Anfragen an uns herangetragen werden.
Ø Zudem können wir uns überlegen, in welchen Bereichen wir tätig sein wollen. Hier einige Beispiele:
Seniorennachmittag, Bastelrunden, Begleitdienste zum Arzt, zur Kirche oder zu einem Amt etc., Weihnachts-/Osteraktion (Besuch mit kleinen Geschenken), Besuche bei runden Geburtstagen oder bei Menschen aus der Pfarre, die im Seniorenheim oder Krankenhaus sind.
Ø Materielle Unterstützungen von besonderen Notfällen. Für jeden Betreuungsfall ist ein Mitglied der Vinzenzgemeinschaft zuständig. Dieses berichtet nach Durchführung des Hausbesuches und ausfüllen des CARITAS-Erhebungsbogens in der monatlichen Sitzung über die Notlage des Hilfesuchenden und beantragt die Mittel, die durch Beschluss der VG frei gegeben werden.
Ø Individuelle Betreuungen durch Vinzenzmitglieder, die stundenweise bzw. gelegentlich mitarbeiten wollen. z.B.: Besuchsdienste in Heimen und Krankenhäuser, Seniorenbetreuung, Begleitdienste, Haushalts-und Einkaufshilfen u.a.Über eine Anlaufstelle (Person, Pfarre) werden die Ansuchen um Hilfe an die VG weitergeleitet. Ein Mitglied klärt die Notlage des Mitmenschen meist durch Hausbesuch ab und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z.B. Lebensmittelgutscheine, Überbrückungshilfen. In den monatlichen Sitzungen, den "Vinzenzkonferenzen", werden die Betreuungsfälle besprochen und Aufgaben an die MitarbeiterInnen verteilt. Verschwiegenheit bei der Betreuung ist oberstes Gebot in den VG. Der Hl.Vinzenz von Paul (1581 – 1660) ist unser Schutzpatron Seine Zeit als Priester in Südfrankreich war geprägt von Hungersnot, Arbeitslosigkeit, Krieg und Armut. Er setzt sich für Kranke, Hungernde, Galeerensklaven und Aussätzige ein. An seiner Seite stand Louise de Marillac die Gründerin der „Barmherzigen Schwestern“.Vinzenz wurde 1734 in Rom heilig gesprochen.
„Armendienst ist Gottesdienst“
Die VG arbeiten mit der Pfarre und anderen Einrichtungen zusammen. Es gibt drei Möglichkeiten der Mitarbeit.
1) Die ordentlichen Mitglieder der VG sind Träger der Arbeit und treffen sich monatlich.
2) Weitere ordentliche MitarbeiterInnen arbeiten gelegentlich und bei Bedarf mit.
3) Die fördernden außerordentlichen Mitglieder unterstützen die VG finanziell mit Hilfen im Einzelfall oder laufenden Zahlungen. Alle VG haben einen Dachverband in der Diözese Graz-Seckau, den „Zentralrat“, der die Gemeinschaften in ihrer Arbeit koordiniert und auch finanziell unterstützt.
Die Finanzierung erfolgt durch Spendengelder und fixe Jahresspenden vom Zentralrat.Sämtliche Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Dadurch kommen die Mittel ausschließlich den Hilfebedürftigen zu.
Diese dynamischenVinzenzgemeinschaften sind mit rund 1 Million Mitgliedern die größte ehrenamtliche Laienorganisation der Welt. Unser ist Gründer.Frederic Ozanam (1813 – 1853) In einem Paris der Armut lehrte er als Professor an der Sorbonne in Paris. Sein Vorbild ist Vinzenz von Paul, den Frederic Ozanam als Patron der Vinzenzkonferenzen wählt. 1833 gründet er in Paris die 1. VG. Heute gibt es weltweit über 50.000 VG mit über 1 Million Mitgliedern. „Unsere Aufgabe ist es, aktiv zu dienen!"
